Kernel 4.12 ist da hurra

Linux 4.12 verbessert das Live Patching und unterstützt AMDs neue High-End-Grafikchips. Zwei neue I/O Scheduler versprechen die Redaktionsfreude von Desktops und Servern zu steigern. Die Netzwerk-Schnellstrecke Express Data Path (XDP) lässt sich jetzt universell nutzen.

Zum Start der ersten Juli-Woche hat Linus Torvalds die Linux-Version 4.12 freigegeben. Wie seine Vorgänger wartet auch der neue Kernel mit zahlreichen Neuerungen auf. Die wichtigsten im Kurzüberblick, bevor dieser Text in die Details geht:

  • Das neue „Per-Task Consistency Model“ legt das Fundament, durch das sich mit Kernel Live Patching (KLP) letztlich alle Lücken des Linux-Kernels beheben lassen sollen, ohne das System neu starten zu müssen.
  • Den Netzwerk-Schnellverarbeitungsweg Express Data Path (XDP) kann man Dank „Generic XDP“ jetzt mit beliebigen Netzwerkschnittstellen nutzen.
  • Der Treiber Amdgpu unterstützt nun AMDs Grafikprozessoren der „Vega“-Generation, die kürzlich mit der AMD Radeon Vega Frontier Edition debütierten.
  • Nouveau beherrscht jetzt 3D-Beschleunigung bei Nvidias Pascal-Grafikchips der GeForce-1000er-Serie.
  • Der neue Storage-I/O Scheduler „Budget Fair Queueing“ (BFQ) verspricht bessere Datenträger-Performance und reaktionsfreudige Systeme – insbesondere bei solchen mit Magnetfestplatten. Manchmal ist BFQ aber auch kontraproduktiv und standardmäßig oft inaktiv.
  • Einen gefühlten Geschwindigkeitsgewinn verspricht auch der ebenfalls neue I/O-Scheduler Kyber. Er ist allerdings vornehmlich auf den Einsatz in Servern mit besonders schnellen SSDs ausgelegt.
  • Der Device Mapper kann dank Authenticated Encryption (AE) jetzt erkennen, wenn ein verschlüsseltes Volume manipuliert wurde.
  • Einige Änderungen an der Sicherheits-Infrastruktur versprechen, die Unterstützung für UEFI Secure Boot zu verbessern.
  • Das neue „Generic TEE Subsystem“ ermöglicht einen Austausch mit dem Mini-Betriebssystem, das bei manchen ARM-SoCs mithilfe von TrustZone im Hintergrund läuft – ähnlich, wie es die Management Engine bei Intel-Chips tut.
  • Ein neues Analyse-Tool kann Entwicklern beim Optimieren der Startzeit helfen, denn es zeigt, welche Subsysteme des Kernels wie lange zur Initialisierung benötigen.

Quelle & weiterlesen : https://www.heise.de/ct/artikel/Die-Neuerungen-von-Linux-4-12-3712705.html